05.05.2026

Barometer erneuerbare Gase Schweiz, Ausgabe 9, April 2026

Geopolitische Spannungen, volatile Energiepreise und ambitionierte Klimaziele setzen den Energiemarkt weiter unter Druck. Die europäischen Erdgaspreise sind infolge des Konflikts im Nahen Osten kurzfristig deutlich angestiegen, jedoch weit weniger stark als in der Energiepreiskrise von 2022 infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Der Terminmarkt (TTF -Futures) erwartet aktuell eine deutliche Marktberuhigung bis 2030. Der kurzfristige Preisanstieg von Erdgas stärkt grundsätzlich die Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren Gasen.

Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit von erneuerbaren Gasen hat die EU verschiedene Stossrichtungen definiert. In unseren Nachbarländern wird die Wettbewerbsfähigkeit der Biomethaneinspeisung ins Gasnetz aktuell dadurch erhöht, dass die Kosten des Gasnetzanschlusses nicht ausschliesslich von den Produzenten getragen werden, sondern teilweise über das Netz sozialisiert werden. Solange kein Gas-VG in Kraft ist, kommt der Schweizer Gasbranche bei der Regelung der Kostentragung und der Marktintegration von Biomethan eine wichtige Rolle zu.

Ob und wo erneuerbare Gase sinnvoll eingesetzt werden können, hängt gemäss dem Forschungsprojekt DeCIRRA stark von Infrastruktur, Ressourcen und Alternativen vor Ort ab – pauschale Zielbilder greifen zu kurz. In den Kantonen, in denen die Energiegesetze nahe an den MuKEn 2025 ausgerichtet werden, ist die Verwendung erneuerbarer Gase im Gebäudebereich deutlich eingeschränkt. Demgegenüber setzt Deutschland im Gebäudemodernisierungsgesetz auf einen offeneren Transformationspfad, wobei die konkrete zeitliche Ausgestaltung der «Biotreppe» noch mit erheblichen Unsicherheiten behaftet ist.

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